Bayreuther Festspiele: Skandal um abgesagten Michel-Friedman-Termin eskaliert
Tim PetersBayreuther Festspiele: Skandal um abgesagten Michel-Friedman-Termin eskaliert
Bayreuth-Festspiele geraten erneut in die Kritik
Die Bayreuther Festspiele stehen einmal mehr im Mittelpunkt einer Kontroverse. Eine geplante, aber nicht öffentlich angekündigte Veranstaltung mit Michel Friedman wurde abgesagt – was prompt öffentliche Kritik auslöste. Mittlerweil hat sich das Festival bei Friedman entschuldigt, und die jährliche Veranstaltung wird wie geplant stattfinden.
Erstmals berichtet hatte die Süddeutsche Zeitung über die Absage des Termins mit Michel Friedman. Die Entscheidung löste einen Skandal aus: Friedman warf den Festspielen vor, Richard Wagners Antisemitismus zu verharmlosen. Er kritisierte, der Umgang des Festivals mit dem Thema sei unzureichend, und erklärte: „Der Boden in Bayreuth ist verseucht.“
Katharina Wagner, die Festivalleiterin, begründete die Absage mit Sicherheitsbedenken. Der Musikdirektor der Festspiele, Christian Thielemann, führte sie auf mangelnde Planung und Kommunikation zurück. Später präzisierte das Festival, dass es nie eine offizielle Einladung an Friedman gegeben habe.
Trotz der aktuellen Auseinandersetzung setzen sich die Bayreuther Festspiele seit Langem mit Wagners Antisemitismus auseinander – etwa durch Bühnenproduktionen und öffentliche Initiativen. Auch die eigene Geschichte, darunter die Verbindungen der Familie Wagner zur NS-Zeit, wurde aufgearbeitet. Diese Bemühungen gelten als Maßstab dafür, wie Kultureinrichtungen mit belasteten Erbes umgehen.
Das Festival entschuldigte sich bei Michel Friedman für den Vorfall. Sein Engagement, Wagners Werk und die eigene Vergangenheit kritisch einzuordnen, bleibt unverändert. Die Festspiele finden wie geplant statt und behalten ihre Rolle als Plattform für kulturelle und historische Reflexion.






