Aus Müllasche werden Gold, Silber und Kupfer – wie Urban Mining Abfall in Schätze verwandelt
Tim PetersAus Müllasche werden Gold, Silber und Kupfer – wie Urban Mining Abfall in Schätze verwandelt
Aus Müll werden wertvolle Rohstoffe: Neues Verfahren gewinnt Metalle aus verbranntem Abfall
Ein innovatives Projekt verwandelt Abfall in wertvolle Ressourcen, indem es Metalle aus verbranntem Hausmüll extrahiert. Das an der Universität Duisburg-Essen entwickelte Vorhaben EMSARZEM gewinnt Kupfer, Silber und Gold aus der Asche zurück, die nach der Verbrennung von Siedlungsabfällen übrig bleibt. Der Ansatz folgt dem Prinzip des Urban Mining – der Wiederverwertung von Materialien, die sonst entsorgt würden.
Allein 2022 verbrannte Deutschland rund 25 Millionen Tonnen Abfall. Zwar konnten mit herkömmlichen Methoden etwa 600.000 Tonnen Metalle zurückgewonnen werden, doch ein Großteil der verbleibenden Asche landete auf Deponien. Dabei enthält diese Asche noch kleine, aber wertvolle Mengen an Kupfer – im Schnitt 0,3 bis 0,5 Prozent –, was eine Gewinnung wirtschaftlich sinnvoll macht.
Das EMSARZEM-Projekt setzt auf moderne Mahl- und Trennverfahren, um die Metalle aus der Asche zu isolieren. Ein Großversuch im Juli 2023 bestätigte die Funktionsfähigkeit des Prozesses. Das Team strebt an, jährlich bis zu 8.000 Tonnen Kupferkonzentrat zu gewinnen – daraus ließen sich etwa 2.800 Tonnen Kupfer, 20 Tonnen Silber und 100 Kilogramm Gold gewinnen.
Doch nicht nur die Metallrückgewinnung ist ein Vorteil: Die verbleibende mineralische Fraktion kann als Ersatz für Rohstoffe in Zement und Beton dienen. Das verringert den Bedarf an neuen Ressourcen und reduziert gleichzeitig die Deponiemengen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die Initiative.
Das Projekt macht aus Abfallasche eine Quelle für Kupfer, Silber und Gold und liefert gleichzeitig Baustoffe. Wird es im großen Stil umgesetzt, könnte es die Abhängigkeit vom klassischen Bergbau verringern und die Nutzung von Deponien einschränken. Der Erfolg des Tests 2023 deutet darauf hin, dass das Verfahren bereit für eine breitere Anwendung ist.






