Arnsberg diskutiert Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße nach Missbrauchsskandal
Hannah PetersArnsberg diskutiert Umbenennung der Kardinal-Jaeger-Straße nach Missbrauchsskandal
In Arnsberg könnte eine Straße, die nach Lorenz Jaeger, dem ehemaligen Erzbischof von Paderborn, benannt ist, bald einen neuen Namen erhalten. Der Vorstoß folgt auf Kritik an seiner Rolle bei der Aufarbeitung von Missbrauchsfällen während seiner Amtszeit von 1941 bis 1973. Lokale politische Gruppen und Anwohner fordern nun eine Umbenennung.
In Arnsberg haben sich SPD und CDU zusammengeschlossen, um die Kardinal-Jaeger-Straße im Stadtteil Neheim umzubenennen. Bei einer öffentlichen Versammlung am 20. April können Anwohner Vorschläge für neue Namen einreichen. Beide Parteien möchten, dass die Bevölkerung eine zentrale Rolle bei der Entscheidung spielt.
Ähnliche Diskussionen gibt es in Werl, wo die Anwohner der Kardinal-Jaeger-Straße bereits befragt wurden. Der SPD-Antrag verweist auf dokumentierte Verfehlungen Jaegers im Zusammenhang mit Missbrauchsvorwürfen. Auch sein Nachfolger, Erzbischof Degenhardt, soll in die Vertuschung solcher Vorfälle verwickelt gewesen sein.
In Wenden könnte ebenfalls eine nach Jaeger benannte Straße umbenannt werden. Die Stadträte von Werl und Wenden werden das Thema im Mai beraten. Die Debatten spiegeln eine kritischere Auseinandersetzung mit Jaegers Erbe wider, die durch eine aktuelle Missbrauchsstudie im Bistum Paderborn ausgelöst wurde.
Falls die Umbenennung beschlossen wird, wäre dies ein Zeichen für einen Wandel im Umgang mit Jaegers Vermächtnis. Der Prozess sieht eine Bürgerbeteiligung vor, mit Entscheidungen in den kommenden Monaten. Sowohl Arnsberg als auch Werl treiben die offiziellen Beratungen im April und Mai voran.






