Apotheker warnen vor Scheitern der Reform und fordern dringende Nachbesserungen
Tobias ZimmermannApotheker warnen vor Scheitern der Reform und fordern dringende Nachbesserungen
Deutsche Apotheker fordern dringende Änderungen am Entwurf der Apothekenreform und warnen, dass die aktuellen Vorschläge zentrale Probleme nicht ausreichend angehen. Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Apothekerkammer Nordrhein (AKNR), bezeichnet die Situation als kritisch: Der Berufsstand stehe am Scheideweg, da die Nachfrage im Gesundheitswesen das Angebot übersteige.
Zunächst hatte der Koalitionsvertrag Hoffnung auf eine bessere Vergütung für Apotheken geweckt. Doch als Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) die Eckpunkte auf dem Deutschen Apothekertag (DAT) vorstellte, mehrten sich die Zweifel. Hoffmann räumte ein, dass Teile des Entwurfs notwendig seien, betonte jedoch, dass erhebliche Risiken bestünden.
Die ABDA, der Bundesverband der Deutschen Apotheker, hat Bereiche ausgemacht, die dringend überarbeitet werden müssen. Hoffmann machte deutlich, dass die Vergütung absolute Priorität habe. Zwei Forderungen stehen im Vordergrund: eine Erhöhung der Festbeträge sowie die Abschaffung des Verbots von Barzahlungsrabatten, deren Umsetzung aus Sicht der Apotheker einfach umsetzbar wäre.
Hoffmann warnte zudem, dass das Modell der inhabergeführten Apotheken geschützt werden müsse. Als dringenden Reformgrund nannte er die sinkende Gesundheitskompetenz der Patienten. Obwohl öffentlichkeitswirksame Proteste geplant waren, werden diese nun auf den 17. Dezember verschoben. Stattdessen soll der Dialog mit Politikern im Vordergrund stehen, um weitere Konflikte zu vermeiden.
Die Apotheker drängen auf letzte Anpassungen der Reform, bevor endgültige Entscheidungen fallen. Das Ergebnis wird maßgeblich prägen, wie Apotheken in einem sich wandelnden Gesundheitssystem agieren können. Im Mittelpunkt ihrer Forderungen stehen fairere Bezahlung, weniger Einschränkungen und der Erhalt ihres Geschäftsmodells.






