Apothekensterben in Deutschland: Immer mehr Gemeinden ohne Arzneimittelversorgung
Tim PetersApothekensterben in Deutschland: Immer mehr Gemeinden ohne Arzneimittelversorgung
Apotheken in ganz Deutschland schließen in rasantem Tempo – viele Gemeinden bleiben ohne ausreichende Arzneimittelversorgung
Bis Anfang 2026 hatte Deutschland 2,8 Prozent seiner Apotheken verloren, sodass nur noch 16.601 übrig blieben. Der Rückgang trifft vor allem lokale Regionen hart und zwingt Patienten, weitere Wege für lebenswichtige Dienstleistungen in Kauf zu nehmen.
Die Apothekerkammer Nordrhein verzeichnete 2025 einen Nettoverlust von 43 Apotheken – ein Rückgang um 2,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Einige Gebiete waren besonders betroffen: Im Stadtgebiet Aachen schlossen fünf Apotheken, ohne dass neue eröffnet wurden. Düsseldorf und Duisburg verzeichneten jeweils sechs Schließungen, während in beiden Städten nur eine einzige Neueröffnung stattfand. Im Kreis Viersen verschwanden vier Apotheken, einzig der Kreis Heinsberg verzeichnete einen Zubau mit einer neuen Filiale.
Die verbleibenden Apotheken müssen nun die Versorgungslücken schließen und sehen sich einer immer größeren Arbeitsbelastung ausgesetzt. Die Besitzer berichten von steigendem Druck, doch ihre Vergütung ist seit Jahrzehnten kaum angepasst worden. Dr. Armin Hoffmann, Präsident der Bundesapothekerkammer, hat wiederholt vor den Folgen gewarnt. Sowohl im Januar als auch im Oktober 2025 betonte er, dass ohne höhere Vergütungen der lokale Zugang zu Medikamenten weiter schrumpfen werde. Die Kammer fordert die Bundesregierung zum Handeln auf: Die aktuellen Fördermittel reichten nicht aus, um ein stabiles Apothekennetz bundesweit zu erhalten. Ohne Kurskorrektur drohten weitere Schließungen – vor allem in kleineren Städten und ländlichen Regionen.
Der Rückgang der Apotheken zwingt Patienten, längere Strecken für Rezepte und Beratungen zurückzulegen. Da die Vergütungen seit Jahren unverändert bleiben, wächst die Belastung für die verbleibenden Betriebe. Die Kammer warnt: Ohne dringende Anpassungen der Vergütung werde sich das Problem in den kommenden Jahren weiter verschärfen.
