30 March 2026, 16:14

Anna Netrebkos umjubelte Premiere in Un ballo in maschera – und die Proteste davor

Gemälde namens 'Die Oper' (1856), das eine Gruppe auf der Bühne mit Instrumenten und sitzenden Figuren zeigt, während das Publikum unten zuschaut.

Anna Netrebkos umjubelte Premiere in Un ballo in maschera – und die Proteste davor

An der Berliner Staatsoper feierte eine Neuinszenierung von Un ballo in maschera mit Sopranistin Anna Netrebko in der Hauptrolle Premiere. Die Produktion wurde im Rahmen des Festspielprogramms des Hauses uraufgeführt und präsentierte Verdi-Klassiker. Vor dem Opernhaus kam es erneut zu Protesten gegen die angeblichen politischen Verbindungen des Stars.

Am Premierenabend gab Netrebko als Amelia ihr Debüt in dieser Rolle, die im Zentrum der Handlung steht. Ihr Auftritt wurde mit lautem Applaus bedacht, viele Zuschauer riefen nach zentralen Arien "Bravo". Doch der Abend verlief nicht ohne Kontroversen.

Noch vor Beginn der Vorstellung versammelten sich etwa 50 Demonstranten vor der Staatsoper. Mit ukrainischen Fahnen skandierten sie Parolen wie "Keine Bühne für Putin-Unterstützer" und "Russland ist ein Terrorstaat". Netrebko wird seit Langem wegen ihrer früheren Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin kritisiert – etwa wegen ihrer Feier zum 50. Geburtstag im Kreml.

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Die Leitung der Staatsoper verteidigte die Entscheidung, sie im Ensemble zu behalten. Intendantin Elisabeth Sobotka verwies darauf, dass sich Netrebko öffentlich von Russland distanziert habe und seit dem Angriff auf die Ukraine nicht dorthin zurückgekehrt sei. Die Sopranistin, die sowohl die russische als auch die österreichische Staatsbürgerschaft besitzt, tritt seit Jahren in Berlin auf, darunter auch in früheren Produktionen an der Staatsoper Unter den Linden.

Auf der Bühne setzte Regisseur Rafael R. Villalobos mit seiner Inszenierung neue Akzente. Einige Szenen griffen Themen der queeren Ballroom-Kultur auf und verwiesen auf die AIDS-Krise. Die Aufführung selbst erhielt viel Lob – sowohl das Orchester als auch die Sänger ernteten begeisterten Beifall.

Die Premiere unterstrich die anhaltende Spaltung zwischen Netrebkos Anhängern und Kritikern. Während ihre künstlerische Leistung enthusiastisch aufgenommen wurde, ließen die Proteste vor dem Haus nicht nach. Das Festspielprogramm der Staatsoper geht unterdessen weiter; in den kommenden Wochen sind weitere Vorstellungen von Un ballo in maschera geplant.

Quelle