AfD-Kundgebung in Münster-Coerde zieht nur 60 Teilnehmer an – 450 demonstrieren dagegen
Tobias ZimmermannAfD-Kundgebung in Münster-Coerde zieht nur 60 Teilnehmer an – 450 demonstrieren dagegen
Rechtsextreme AfD-Kundgebung in Münster-Coerde zieht rund 60 Teilnehmer an – Gegenprotest mit 450 Menschen
Bei einer Kundgebung der rechtsextremen AfD am Samstagmorgen in Münster-Coerde versammelten sich etwa 60 Teilnehmer. Gleichzeitig fand in der Nähe eine deutlich größere Gegenveranstaltung mit rund 450 Menschen statt. Die Stimmung war angespannt, während die Polizei beide Gruppen voneinander trennte.
Die AfD-Veranstaltung begann um 10 Uhr auf dem Hamannplatz mit Parteimitgliedern und Sympathisanten. Unter ihnen war Linus, ein 22-jähriger Erzieher aus der Nähe Münsters, der argumentierte, Deutschland brauche Veränderungen in der Wirtschafts- und Migrationspolitik. Später behauptete er, auf dem Weg zur Kundgebung wegen seiner politischen Haltung angespuckt worden zu sein.
Die Gegenproteste, organisiert vom Bündnis "Keinen Zentimeter den Nazis" und der lokalen Initiative "Coerde ist bunt", hatten bereits eine Stunde früher am Hohen Heckenweg begonnen. Eve Lyn Gardias, eine Anwohnerin und Mitglied der Gruppe, kritisierte die AfD dafür, keine echten Lösungen anzubieten, sondern stattdessen marginalisierte Gemeinschaften für Probleme verantwortlich zu machen.
Die Polizei hielt die beiden Demonstrationen strikt voneinander getrennt. Die starke Beteiligung an den Gegenprotesten deutet auf einen Wandel der politischen Stimmung in der Region seit der letzten Wahl hin. Die Unterstützung für die AfD scheint in Coerde gesunken zu sein – die etablierten Parteien, darunter CDU, SPD, Grüne, FDP, Volt und die Linke, positionieren sich klar in der Opposition. Die örtliche AfD hat Schwierigkeiten, bekannte Redner zu gewinnen, und die Organisatoren hatten im Vorfeld mit erheblichen Störungen gerechnet.
Die Kundgebung endete ohne größere Zwischenfälle, doch der massive Gegenprotest zeigt den starken Widerstand gegen die AfD in Münster-Coerde. Durch den Polizeieinsatz blieb die räumliche Trennung der beiden Gruppen den gesamten Vormittag über gewahrt. Die Veranstaltung unterstreicht den rückläufigen Einfluss der Partei in der Region im Vergleich zu den Vorjahren.
