30 Jahre LNA-System: Wie der Rheinisch-Bergische Kreis Notfallmedizin revolutionierte
Jana Herrmann30 Jahre LNA-System: Wie der Rheinisch-Bergische Kreis Notfallmedizin revolutionierte
Rheinisch-Bergischer Kreis hält seit drei Jahrzehnten bewährtes Bereitschaftssystem für leitende Notärzte (LNA) vor
Seit 30 Jahren unterhält der Rheinisch-Bergische Kreis ein spezialisiertes Rufbereitschaftssystem für leitende Notärzte (LNA). Diese Fachkräfte übernehmen in Großschadenslagen die medizinische Führung, sorgen für eine koordinierte Versorgung bei Massenanfällen von Verletzten und gehen über die akute Behandlung hinaus – etwa durch Ressourcenmanagement und psychologische Betreuung der Betroffenen.
Das LNA-System wurde 1996 im Kreis eingeführt und zählte damit zu den ersten Regionen, die dieses Modell übernahmen, noch bevor es bundesweit Verbreitung fand. Anfangs bestand das Team aus fünf Ärztinnen und Ärzten, heute sind es sieben – darunter noch zwei der ursprünglichen Mitglieder. In diesem Jahr kamen vier weitere leitende Notärzte hinzu, deren Namen jedoch nicht öffentlich gemacht werden.
Die LNA arbeiten eng mit Einsatzleitungen zusammen und koordinieren sich mit Feuerwehr, Polizei und Rettungsdiensten, um komplexe Lagen zu bewältigen. Zu ihren Aufgaben gehören die Triage von Verletzten, die Steuerung von Personal und Material sowie die Organisation des Patiententransports bei Massenanfällen. Zudem stellen sie sicher, dass auch psychologische Erste Hilfe für unversehrte, aber traumatisierte Betroffene geleistet wird. Das Team wurde bereits überregional angefordert – etwa beim Love-Parade-Unglück 2010 oder den verheerenden Flutkatastrophen 2021. Für ihre Arbeit benötigen LNA eine fundierte notfallmedizinische Zusatzausbildung, jahrelange Erfahrung in der Akutmedizin und detaillierte Kenntnisse des regionalen Gesundheitsnetzwerks. Ihr Einsatz trägt dazu bei, dass Großschadensereignisse präzise bewältigt werden, Behandlungsverzögerungen minimiert und die Versorgung der Betroffenen verbessert wird.
Das LNA-System des Rheinisch-Bergischen Kreises gilt weiterhin als Vorbild für die Notfallvorsorge in Deutschland. Mit mittlerweile sieben Teammitgliedern – darunter langjährige erfahrene Kräfte und neue Kolleginnen und Kollegen – bleibt es ein unverzichtbarer Baustein des Katastrophenmanagements. Die Einsätze bei lokalen und überregionalen Großlagen unterstreichen, wie entscheidend spezialisierte medizinische Führung in Krisensituationen ist.
