230-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg legt Ratingen lahm
Jana Herrmann230-Kilo-Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg legt Ratingen lahm
Amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg in Ratinger Innenstadt entdeckt
Am Montag wurde in der Innenstadt von Ratingen eine amerikanische Fliegerbombe aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs freigelegt. Das 230 Kilogramm schwere Geschoss zwang rund 2.300 Anwohner zur Evakuierung. Einsatzkräfte leiteten umgehend Maßnahmen ein, wobei das Rathaus als Notunterkunft für die Betroffenen diente.
Die Bombe war im Herzen Ratingens vergraben worden und löste sofortige Reaktionen aus. Straßenabschnitte, darunter Teile des Hauser Rings sowie Bereiche an der Sperrzone, wurden gesperrt. Die Behörden alarmierten das Sprengstoffentschärfungskommando der Bundeswehr, die Spezialeinheit der deutschen Streitkräfte für Kampmittelbeseitigung, um die Lage unter Kontrolle zu bringen.
Die Evakuierung begann, zog sich jedoch aufgrund von Verzögerungen über Stunden hin. Erst nach 21:25 Uhr durften die Anwohner zurückkehren – die Bombe war schließlich am späten Abend entschärft worden. Rund 400 Menschen fanden im Rathaus Schutz, wo einige ältere Personen unter dem Stress zusammenbrachen, aber vor Ort medizinisch versorgt wurden. Auch nahegelegene Pflegeheime waren betroffen: Das Frühstück wurde auf den späten Vormittag verschoben, um den Bewohnern nach dem belastenden Erlebnis Ruhe zu gönnen. Bis 1:30 Uhr morgens waren alle evakuierten Senioren in ihre Zimmer zurückgekehrt. Bei manchen älteren Bürgern weckte der Fund schmerzhafte Kriegsinnerungen, was die Angst während der Evakuierung noch verstärkte.
Die Bombe konnte schließlich sicher unschädlich gemacht werden, und alle Einschränkungen wurden bis zum späten Abend aufgehoben. Die Anwohner kehrten nach und nach in ihre Häuser zurück, doch das Ereignis hinterließ tiefe Spuren in der Gemeinschaft. Pflegeeinrichtungen passten ihre Abläufe an, um den Betroffenen die Erholung von den Strapazen zu erleichtern.
